Weniger Tote durch Autonomes Fahren

20.07.2016/EG aus dem Beratungsunternehmen ATKearney, Düsseldorf

ATKearney-Studie: 70 Prozent weniger Verkehrsunfälle / 35 Prozent weniger Unterhalts- und Energiekosten / ‘Fliesband‘ der Wertschöpfung vor Umbruch

„Autonomes Fahren wird den ersten großen Wachstumsschub des 21. Jahrhunderts auslösen. Gleichzeitig markiert es das Ende der bislang bekannten Wertschöpfungskette, denn der klassische Autobauer wird nur noch einer von vielen Wettbewerbern um ein Stück vom 560-Milliarden-Dollar-Kuchen sein“, ist sich Ralf Kalmbach, Leiter des Automobilgeschäfts bei A.T. Kearney, sicher.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse der aktuellen Studie ‘How Automakers Can Survive the Self-Driving Era‘ von A.T. Kearney. Grundlage der Untersuchung bilden unter anderem die Ergebnisse von Interviews mit mehr als 150 Automobilentscheidern aus aller Welt.

Insgesamt betont die Studie auch den – bislang wenig beachteten – gesellschaftlichen Nutzen autonomer Mobilität. So lasse sich die Zahl der Verkehrsunfälle* um 70 Prozent reduzieren. Aufgrund der geringeren mechanischen Beanspruchung sinken die Unterhaltskosten für Fahrzeuge um rund 35 Prozent. Durch die Nutzung alternativer Antriebssysteme sowie Schwarm- und Konvoi-Fahrten könnte schließlich auch der Energieverbrauch um etwa ein Drittel zurückgehen.

„Allein in Deutschland hängt jeder siebte Arbeitsplatz am Auto. Ein Scheitern der heimischen Autohersteller im Bereich Autonomes Fahren hätte also weitreichende Folgen für den Wirtschaftsstandort Deutschland“, so Kalmbach. „Neben den Herstellern sind jetzt Politik und Verbraucher gefordert, dem Mobilitätskonzept der Zukunft in der Heimat des Autos zum Durchbruch zu verhelfen.“

*Anmerkung der Redaktion: Das Statistische Bundesamt gab vor wenigen Tagen die Unfallzahlen des Jahres 2015 bekannt. Demnach musste die Polizei über 2,5 Mio. Unfälle mit 325.726 leicht verletzten Menschen, 67.706 schwer verletzten Menschen und 3.459 getöteten Menschen dokumentieren.