Werkverträge als Teil der Wertschöpfung?

02.08.2015/EG aus der Hans Böckler Stiftung, Düsseldorf

Gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung, untersuchte ein Forscherteam der Universität Duisburg-Essen/IAQ, der Hochschule Darmstadt und der TU Chemnitz in dem Projekt „Praktiken der Onsite*-Werkvertragsvergabe in Deutschland“

„Die Vermutung einer Zunahme von Werkverträgen kann weiterhin mit dem radikalen Umbau der zwischenbetrieblichen Arbeitsteilung begründet werden, der in den letzten Jahren in einigen Branchen zu beobachten war; das Outsourcing von Ingenieurdienstleistungen ist hierfür ein markantes Beispiel. Auch berichten immer mehr Betriebsräte vom Einsatz von Werkvertragsarbeitskräften in ihrem Betrieb. In unseren Interviews mit Betriebsräten zeigte sich allerdings, dass viele gerade erst beginnen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Möglicherweise ist es so, dass nicht die Zahl der Werkverträge bzw. Werkvertragsarbeitskräfte gewachsen ist, sondern die Sensibilität der Akteure für dieses Thema. In bestimmten Branchen ist auch eine Abkehr von Werkvertragspraktiken anzutreffen. So gibt es Einzelhandelsketten, die tarifvertragliche Konzessionen – konkret eine neue, besonders niedrige Entgeltstufe für Regalauffüllarbeiten – nutzen, um zuvor fremdvergebene Leistungen wieder einzugliedern. Insgesamt zeigt sich, dass das Feld sehr dynamisch ist: Was heute in einem Unternehmen selbst erstellt wird, kann morgen per Werkvertrag outgesourct werden – und umgekehrt.“ Weiterlesen↗boeckler.de

*Unter Onsite-Werkverträgen verstehen die Autoren die spezifische Form des Werkvertrags, mit der Werkbesteller in ihren Räumen und betrieblichen Kernbereichen (also zum Beispiel in der Produktion eines Betriebs des verarbeitenden Gewerbes) relativ dauerhaft oder unbefristet Arbeiten durch Werkunternehmen ausführen lassen. Diese setzen hierfür eigene Beschäftigte – Werkvertragsarbeitskräfte – ein. Andere Formen, beispielsweise Werkverträge mit Solo-Selbstständigen, wurden nicht berücksichtigt.