Werkverträge wenig durchkalkuliert

13.12.2015/EG aus der Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf

Werkverträge bergen hohes Konfliktpotential

Was Unternehmen nicht selbst erledigen wollen oder können, geben sie gerne an Fremdfirmen ab. Dass dahinter bisweilen die Absicht steckt, Löhne zu drücken und Mitbestimmung zu umgehen, ist kein Geheimnis. Der neue „Trendbericht Werkverträge“ der Hans-Böckler-Stiftung zeigt die wahren Kosten, die bei der Vergabe von Werkverträgen entstehen. Demnach zählen folgende, kaum berücksichtigte, Aufwendungen:

  • Transaktionskosten für Anbahnung, Koordinierung und Kontrolle der geleisteten Tätigkeit,
  • Kosten für die rechtssichere Gestaltung und Prüfung der Verträge,
  • Kosten infolge von Abstimmungsproblemen zwischen Stammbelegschaft und Werkvertragsarbeitern, die sich erst im Verlauf des Arbeitsprozesses zeigen,
  • Kosten, die durch den Verlust der Kontrolle über den gesamten Prozess der Wertschöpfung entstehen, etwa infolge von Fehlern, Unfällen, Qualitätsmängeln oder Betrug,
  • Kosten für Infrastruktur und Arbeitsschutz, die bei einer Fremdvergabe bestehen bleiben, aber häufig nicht eingerechnet werden,
  • Kosten eines Sozialplans, der eventuell durch Outsourcing notwendig wird, und nicht zuletzt auch
  • Kosten durch Konflikte mit Gewerkschaften, die sich gegen das Lohndumping vieler Werkvertragsunternehmen wehren.