Zertifikat ohne Wert?

31.05.2016/EG aus der Entwicklungsorganisation Oxfam Deutschland, Berlin

Oxfam: Massive Menschenrechtsverstöße auf von der Umweltorganisation Rainforest Alliance zertifizierten Ananas- und Bananenplantagen

Aldi, Edeka, Lidl und Rewe beziehen Bananen und Ananas von Plantagen, auf denen massiv gegen Menschenrechte verstoßen wird. Arbeiter/innen sind hochgiftigen Pestiziden schutzlos ausgeliefert, Gewerkschafter werden unterdrückt und bedroht, Mindestlöhne unterschritten. Das belegt der Oxfam-Bericht ‘Süße Früchte, bittere Wahrheit‘. Auch auf von der Rainforest Alliance zertifizierten Plantagen, dem mit Abstand wichtigsten Nachhaltigkeitssiegel bei Bananen und Ananas, sind die Zustände katastrophal.

Der Bericht ‘Süße Früchte, bittere Wahrheit‘ dokumentiert anhand der Bananenindustrie in Ecuador sowie der Ananasindustrie in Costa Rica die dramatischen sozialen und ökologischen Kosten des Anbaus tropischer Früchte für den deutschen Einzelhandel. Hierfür hat Oxfam Plantagen in Ecuador und Costa Rica besucht, mehr als 200 Arbeiter/innen befragen lassen und mit zahlreichen Experten gesprochen.

Der Handel mit Bananen und Ananas ist ein Milliardengeschäft. Allein im Jahr 2015 importierte Deutschland 1,35 Millionen Tonnen Bananen im Wert von 844,6 Millionen Euro sowie 129.664 Tonnen Ananas im Wert von 115,1 Millionen Euro. Trotz steigender Produktionskosten ist der Verkaufspreis von Bananen und Ananas in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gefallen. Ein Kilo Bananen, für das man 2003 in Deutschland noch durchschnittlich 1,47 Euro ausgeben musste, kostete 2014 inflationsbereinigt nur noch 1,24 Euro. Der Kilopreis für Ananas ist im gleichen Zeitraum von 1,94 Euro auf 1,33 Euro gefallen.