Arzneimittelversorgung in der GKV

15.06.2015/EG aus dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung, Berlin

Studie zeigt für Deutschland: Gute Medikamentenversorgung für Pateinten und gute Bedingungen für Pharmaunternehmen

Teile der pharmazeutischen Industrie werden nicht müde, die angeblich schlechten Bedingungen für die Patientinnen und Patienten und sich selbst in Deutschland zu beklagen. Herr Prof. Dr. Busse hat im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes die realen Rahmenbedingungen in Deutschland und verschiedenen anderen europäischen Länder systematisch verglichen. Die Studie „Arzneimittelversorgung in der GKV und 15 anderen europäischen Gesundheitssystemen“ wurde im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.

In seiner Studie kommt Prof. Busse zu folgendem Fazit: „Nirgendwo sonst stehen neue Arzneimittel so schnell und umfassend für die Behandlung von Krankheiten öffentlich erstattet zur Verfügung wie in Deutschland. Bezahlt wird dies mit im europäischen Vergleich hohen Arzneimittelausgaben, wozu aber auch das weiterhin überdurchschnittliche Preisniveau in Deutschland beiträgt.“

Ausgewählte Daten aus dem Faktenblatt:

Ausgaben für Arzneimittel 2014: 33,3 Mrd. Euro (Veränderung gegenüber 2013: + 9,5 Prozent) – Der Umsatzanteil patentgeschützter Arzneimittel hat sich von 14 Prozent im Jahr 1994 auf 45 Prozent im Jahr 2013 (14,2 Mrd. Euro) mehr als verdreifacht.

Top 10-Arzneimittel 2013 nach Nettokosten (Quelle: Arzneiverordnungsreport 2014):

1.Humira (Rheumatoide Arthritis) – 669,5 Mio. Euro
2.Enbrel (Rheumatoide Arthritis) – 419,9 Mio. Euro
3.Lyrica (Epilepsie, neuropathische Schmerzen, generalisierte Angststörungen) – 309,6 Mio. Euro
4.Xarelto (Thromboseprophylaxe) – 279,3 Mio. Euro
5.Symbicort (Asthma) – 275,9 Mio. Euro
6.Spiriva (COPD) – 274,8 Mio. Euro
7.Avonex (Multiple Sklerose) – 271,6 Mio. Euro
8.Copaxone (Multiple Sklerose) – 267,9 Mio. Euro
9.Rebif (Multiple Sklerose) – 267,0 Mio. Euro
10.Clexane (Thromboseprophylaxe) – 255,1 Mio. Euro

Zum Vergleich die Top 10-Arzneimittel nach Umsatz in der Privaten Krankenversicherung (PKV) im Jahr 2013 (Quelle: Arzneimittelversorgung der Privatversicherten 2013) :

1.Humira (Rheumatoide Arthritis) – 32,6 Mio. Euro
2.Xarelto (Thromboseprophylaxe) – 27,2 Mio. Euro
3.Lucentis (Makumadegeneration) – 23,7 Mio. Euro
4.Zytiga (Prostatakarzinom) – 23,2 Mio. Euro
5.Sortis (Hypercholesterinämie) 21,7 Mio. Euro
6.Enbrel (Rheumatoide Arthritis) – 20,4 Mio. Euro
7.Glivec (Leukämie) – 19,7 Mio. Euro
8.Revlimid (Multiples Myelom) – 17,3 Mio. Euro
9.Inegy (Hypercholesterinämie) – 17,2 Mio. Euro
10.Truvada (HIV-Infektion) – 15,1 Mio. Euro

Die Studie lesen Sie hiergkv-spitzenverband.de