Klima/Umwelt: Umweltbundesamt fordert Gesetz zur Anpassung an den Klimawandel

28.07.2021/EG
Quelle: Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau

Umweltbundesamt⁠ empfiehlt umgehend neue „Gemeinschaftsaufgabe Klimaanpassung“ im Grundgesetz zu verankern und ein bundesweites Klimaanpassungsgesetz zu verabschieden

„Die Risiken durch Folgen der Erderhitzung für Deutschland sind seit langem bekannt und wurden zuletzt in der aktuellen Klimawirkungs- und Risikoanalyse für Deutschland umfassend identifiziert. Ein Netzwerk von 25 Bundesbehörden und -institutionen aus neun Ressorts entwickelte wissenschaftlich fundierte Maßnahmenvorschläge, mit denen Länder, Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen Schäden reduzieren, für Extremwettereignisse vorsorgen und sich an unvermeidliche ⁠Klimafolgen⁠ anpassen können. Doch bisher fehlt es in Deutschland an geeigneten rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen, um diese Maßnahmen flächendeckend umzusetzen…“ umweltbundesamt.de

Zum Thema

Wissenschaftler warnen vor einem Klimanotstand

„Im Jahr 2019 warnten Ripple und Kollegen (2020) vor unermesslichem Leid und riefen gemeinsam mit mehr als 11 000 Wissenschaftlern aus 153 Ländern den Klimanotstand aus. Sie präsentierten Diagramme der planetarischen Lebenszeichen, die auf sehr beunruhigende Trends und geringe Fortschritte der Menschheit bei der Bekämpfung des Klimawandels hinwiesen. Auf der Grundlage dieser Daten und der moralischen Verpflichtung der Wissenschaftler, „die Menschheit eindeutig vor einer katastrophalen Bedrohung zu warnen“, forderten sie einen grundlegenden Wandel. Seit der Veröffentlichung des Artikels haben mehr als 2.800 weitere Wissenschaftler die Erklärung zum Klimanotstand unterzeichnet (die aktuelle Liste der Unterzeichner finden Sie in Supplemental File S1); darüber hinaus haben inzwischen 1.990 Gerichtsbarkeiten in 34 Ländern den Klimanotstand formell erklärt oder anerkannt (Abbildung 1p). Gleichzeitig ist es seit 2019 zu einem beispiellosen Anstieg klimabedingter Katastrophen gekommen, darunter verheerende Überschwemmungen in Südamerika und Südostasien, rekordverdächtige Hitzewellen und Waldbrände in Australien und im Westen der USA, eine außergewöhnliche atlantische Hurrikansaison und verheerende Wirbelstürme in Afrika, Südasien und im Westpazifik (siehe Supplemental File S2 für Informationen zu den Ursachen). Es gibt auch immer mehr Beweise dafür, dass wir uns dem Kipppunkt nähern oder ihn bereits überschritten haben, der mit kritischen Teilen des Erdsystems verbunden ist, einschließlich des westantarktischen und grönländischen Eisschilds, der Warmwasserkorallenriffe und des Amazonas-Regenwalds (siehe Zusatzdatei S2). Angesichts dieser alarmierenden Entwicklungen brauchen wir kurze, häufige und leicht zugängliche Updates zum Klimanotstand…“ academic.oup.com

Bericht aus der Kabinettssitzung vom 27. Juli 2021

27.07.2021/EG
Quelle: Bayerische Staatskanzlei, München

Die aktuellen Beschlüsse der Bayerischen Staatsregierung:

  1. Corona-Pandemie: Verlängerung der 13. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung bis 25. August / Präsenzveranstaltungen an Hochschulen / Testpflicht für Besucher und Personal in Alten- und Pflegeheimen / Impfangebot an Schülerinnen und Schüler ab 12 Jahren
  2. Corona-Pandemie: Impfstrategie für Herbst und Winter
  3. Corona-Pandemie: Testkonzept für Kinderbetreuungseinrichtungen
  4. Corona-Pandemie: Freistaat übernimmt zum Start des neuen Schuljahres die Kosten für zusätzliche Schulbusse
  5. Streuobstpakt: Erhalt des bayernweiten Streuobstbestandes und Neupflanzung von einer Million Obstbäumen beschlossen
  6. Hochwasserschutz: Kabinett beschließt Fortführung des Flutpolderprogramms an der Donau / Flutpolder in Wörthhof und Bertoldsheim werden zeitlich als letztes realisiert / Dialogprozess vor Ort wird fortgeführt
  7. Warnung der Bevölkerung vor Katastrophenlagen: Verdopplung der Sirenen in Bayern auf rund 26.000
  8. Ladenschlusszeiten für sogenannte „digitale“ Kleinstsupermärkte ohne Personaleinsatz erweitert

Den Bericht lesen Sie hier bayern.de.

Von EG, vor

Buchtipp: Die letzte Analyse

23.07.2021/EG

Amanda Cross: Die letzte Analyse
Ein Fall für Kate Fansler

Roman (Krimi)

„Als die schöne Janet Harrison ihre Literaturprofessorin Kate Fansler bittet, einen Psychoanalytiker in Manhattan zu empfehlen, schickt Kate das Mädchen zu ihrem lieben Freund und früheren Liebhaber Dr. Emanuel Bauer. Sieben Wochen später wird das Mädchen auf Emanuels Couch erstochen – mit belastenden Fingerabdrücken auf der Mordwaffe. Für Kate ist der Gedanke, dass ihr bester Freund jemanden tötet, abwegig. Aber wie seine Unschuld beweisen? Janet hatte keine Freunde, keinen Liebhaber, keine Familie. Warum sollte jemand sie töten? Kates analytische Fähigkeiten lassen keinen Stein auf dem anderen …“

Autorin

Amanda Cross, eigentlich Carolyn Gold Heilbrun, (* 13. Januar 1926 in New Jersey; † 09. Oktober 2003 in New York City) war eine feministische Literaturwissenschaftlerin und lehrte an der Columbia University. Sie veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Schriften; die Kriminalromane mit der Literaturprofessorin und Amateurdetektivin Kate Fansler schrieb sie unter Pseudonym.

Dörlemann Verlag, ISBN: 978-3-0382-0988-1, E-Buch, 336 Seiten, 14 Euro

Pflege: Ein organisch wachsendes Geschäftsfeld

21.07.2021/EG
Quelle: Investigate Europe, Berlin

Quequers Capital*: „Der deutsche Markt für private Pflegeheime wird auf einen Wert von etwa 30 Milliarden Euro geschätzt, mit einer stabilen Wachstumsrate von über 3 % aufgrund einer alternden Bevölkerung und dem stetigen Trend hin zu Privatisierung der öffentlichen Anbieter.“

Die 28 größten Pflegeheimbetreiber in Europa betreiben über 1.700 Einrichtungen mit rund 150.000 Betten. Darunter sind laut Recherche der Investigate Europe die in Deutschland aktiven Pflegeheimbetreiber
Alloheim Senioren-Residenzen SE (Inhaber: Nordic Capital) mit rund 22.000 Betten,
Victor’s Group (Inhaber: Hartmut Ostermann) mit rund 15.000 Betten,
Deutsche Wohnen SE (Inhaber: Vonovia, BlackRock, u. w.) mit rund 10.000 Betten,
Kursana GmbH (Inhaber: Dussmann Group / Familie Dussmann) mit rund 9.500 Betten,
Azurit Deutschland GmbH (Inhaber: Azurit Group) mit rund 6.300 Betten,
DOMICIL Senioren-Residenzen Hamburg SE (Inhaber: Dieter Scheck, Markus Scheck, u.w.) mit rund 6.300 Betten,
Schönes Leben Gruppe B.V. & Co. KG (Inhaber: Waterland Privat Equity) mit rund 6.200 Betten,
Emvia Living GmbH (Inhaber: Chequers Capital) mit rund 6.200 Betten und
Vitanas GmbH & Co. KGaA (Inhaber: Oaktree Capital) mit rund 5.400 Betten.

Weitere Informationen lesen Sie hier investigate-europe.eu.
Ein Interview mit Erik Hamann, Geschäftsführer der Orpea Gruppe (Betreiber von Pflegeheimen), lesen Sie hier investigate-europe.eu.

*Das Zitat lesen Sie hier chequerscapital.com.

Ist der Pflegemarkt ein Markt? Auszug aus einem Beitrag von Jens Spahn, Bundesminister für Gesundheit, vom 16.08.2018:
„In der Pflege sind auch private Betreiber tätig und sollen es auch unbedingt sein. Denn eine Vielfalt, ein Wettbewerb der Anbieter liegt im Interesse der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen.“ bundesgesundheitsministerium.de.

Informationen aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zum Wirtschaftsfaktor „Pflege“ lesen Sie hier bmwi.de.

Automobil/Umwelt: Verbrennungsmotoren sind eine Belastung

21.07.2021/EG
Quelle: ICCT – International Council on Clean Transportation Europe, Berlin

ICCT untersuchte in einem umfassenden Vergleich die Lebenszyklus-Treibhausgasemissionen von PKW mit Verbrennungsmotor und Elektroantrieb

Ergebnisse:

„Nur batterieelektrische und wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Elektrofahrzeuge haben das Potenzial, die THG-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus in der Größenordnung zu reduzieren, die zur Erreichung der Ziele des Pariser Abkommens erforderlich ist.“
„Es gibt keinen realistischen Weg für eine tiefe Dekarbonisierung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.“
„Um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen, sollte die Zulassung neuer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor im Zeitrahmen 2030-2035 auslaufen.“

Neben dem regionalen und zeitlichen Umfang unterscheidet sich diese Studie in vier wesentlichen Aspekten von der bisherigen LCA-Literatur:

Diese Studie berücksichtigt die durchschnittliche Kohlenstoffintensität des Kraftstoff- und Strommixes über die gesamte Lebensdauer, einschließlich Biokraftstoffe und Biogas.
Diese Studie berücksichtigt den durchschnittlichen Kraftstoff- und Stromverbrauch in der realen Nutzung, anstatt sich nur auf offizielle Testwerte zu verlassen. Dies ist besonders wichtig für die Bewertung der THG-Emissionen von PHEVs.
Diese Studie verwendet aktuelle Daten zur industriellen Batterieproduktion und berücksichtigt regionale Batterielieferketten. Dies führt zu deutlich geringeren Emissionen bei der Batterieproduktion als in früheren Studien.
Diese Studie berücksichtigt das kurzfristige globale Erwärmungspotenzial von Methan-Leckage-Emissionen von Erdgas und aus Erdgas abgeleiteten Wasserstoffpfaden. Anders als andere Treibhausgase trägt Methan in den ersten 20 Jahren nach der Emission um ein Vielfaches mehr zur globalen Erwärmung bei, als es das 100-Jahres-Erderwärmungspotenzial (GWP) widerspiegelt.

Der International Council on Clean Transportation ist – nach eigenen Angaben – eine unabhängige, gemeinnützige Organisation, die gegründet wurde, um erstklassige, unvoreingenommene Forschung sowie technische und wissenschaftliche Analysen für Umweltbehörden bereitzustellen.

Die Studie lesen Sie hier theicct.org.