13.10.2015/EG aus der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) e.V., Sankt Augustin

KAS: Auslaufen der 58er Regelung hat ‚verdeckte‘ Arbeitslosigkeit der Älteren* offengelegt

Die Herausforderungen in der Arbeitsmarktpolitik gegenüber Älteren haben sich gewandelt, aber sie sind nicht kleiner geworden. Arbeitslosigkeit hat sich auf spätere Lebensjahre verlagert. Sie hat ihre Brückenfunktion als Übergang in den Ruhestand nicht verloren. Doch während sie in den 1990er Jahren ein politisch geduldeter und sozial abgesicherter Weg in den Ruhestand war, ist die soziale Sicherung heute erheblich eingeschränkt. Die Politik hat hierfür einen Preis entrichtet: Die früher verdeckte Arbeitslosigkeit ist sichtbar geworden. Bei ALG II-Beziehenden wurde mit der früheren Vorruhestandskultur jedoch nicht gebrochen, vielmehr wurde sie verschärft: Ältere ALG II-Beziehende werden nicht als arbeitslos registriert, wenn sie ein Jahr kein Beschäftigungsangebot erhalten haben (was ein Anreiz für die Jobcenter ist, dies zu unterlassen), und ältere ALG II-Beziehende sind in der Regel verpflichtet, auch mit Abschlägen in Rente zu gehen, um dadurch den Bezug an ALG II zu vermeiden.

Die seit Jahren steigende Alterserwerbsbeteiligung zeigt, dass frühere negative Einschätzungen über Ältere nicht zutreffen. Sie sind in großen Teilen leistungsfähig und lernbereit. Die aktuellen Exporterfolge werden mit Belegschaften erzielt, die noch nie so alt waren wie heute. Gleichzeitig scheiden erhebliche Teile der Beschäftigten aufgrund hoher Arbeitsbelastungen und gesundheitlicher Einschränkungen vorzeitig aus dem Arbeitsprozess aus, so die aktuelle KAS-Analyse. Weiterlesen↗kas.de

*Arbeitslose zwischen 55 und 64 Jahre

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