Wie real ist der offizielle Lohnanstieg?

23.11.2020/EG
Quelle: Ökonomenstimme, Zürich

Karl-Friedrich Israel, Wirtschaftswissenschaftler an der Université Catholique de l’Ouest (UCO) in Angers (Frankreich), und Gunther Schnabl, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Leipzig, untersuchten die Messung der Inflation an der realen Wirtschaftsentwicklung

Auszug:
„Während die offiziellen Zahlen noch ein leichtes reales Wachstum und steigende Löhne anzeigen, deuten die alternativen Inflationsmaße auf beträchtliche Wachstumseinbußen und fallende Reallöhne (siehe Abbildung) hin.
Dieses Ergebnis macht nachdenklich. Die blinden Flecken bei der offiziellen Inflationsmessung verschleiern im Extremfall einen Wohlstandverlust breiter Bevölkerungsschichten…“ oekonomenstimme.org

Zum Thema

Globalisierung: Der Profit konzentriert sich auf zu wenige

Thomas Aronsson, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Umeå (Schweden), Clemens Hetschko, Wirtschaftswissenschaftler an der University of Leeds (England), und Ronnie Schöb, Wirtschaftswissenschaftler an der Freien Universität Berlin, untersuchten die Effekte der Globalisierung in Bezug auf das Erstarken populistischer Parteien

Auszug:
„Globalisierung führt zwar zu Wohlfahrtsgewinnen für die Gesellschaft als ganze, aber individuell profitiert eine immer kleiner werdende Gruppe. Zugleich steigt die Zahl derjenigen, die verlieren (Rodrik 2018). (…).
Unsere Analyse zeigt, dass Ungeduld mit für das Erstarken populistischer Parteien verantwortlich ist, weil sie globalisierungskritische Einstellungen verstärkt. Für die Politik hat das weitreichende Konsequenzen im Hinblick auf die Ausgestaltung komplementärer Umverteilungsmaßnahmen: Es geht nicht nur darum, dass umverteilt wird, sondern auch darum, wann diese Umverteilung stattfindet…“ oekonomenstimme.org

Globalisierung: Industrie verlegt Produktion wieder nach Deutschland?

21.05.2020/EG
Quelle: Ökonomenstimme, Zürich

Dalia Marin, Wirtschaftswissenschaftlerin an der Ludwig-Maximilians-Universität München, über die Rückverlagerung der (autonomen) Fertigung nach Deutschland

„Wenn die Unsicherheit steigt, leiden die globalen Lieferketten. (…). Verstärkt werden die Anreize zur Rückverlagerung der Produktion nach Deutschland und die reichen Industrieländer noch dadurch, dass die Verwendung von Robotern heute billiger ist als jemals zuvor. Die Rechnung ist einfach: Ein Unternehmen in Deutschland müsste einem deutschen Arbeiter viel mehr zahlen als beispielsweise einem aus China. Aber ein deutscher Roboter fordert überhaupt keinen Lohn, ganz zu schweigen von Sozialleistungen wie Krankenversicherung oder Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall.“ oekonomenstimme.org

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Das Geschäft mit Bananen

08.04.2020/EG
Quelle: Public Eye, Zürich

Bericht über Profiteure und Geschädigte im Fruchtgeschäft: Chiquitas Geschäfte in Ecuador

„Die meisten ecuadorianischen Plantagenbesitzer verkaufen die Bananen an Zwischenhändler, welche sie an internationale Bananenhändler weiterverkaufen – etwa an Chiquita. Das Unternehmen beliefert vornehmlich Europa und Nordamerika und hat zwei Hauptsitze. Das US-amerikanische Geschäft wird in Fort Lauderdale (Florida) abgewickelt. Das Europageschäft seit 2009 im Kanton Waadt.“ publiceye.ch

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Globalisierung erhöht Einkommensungleichheit

06.03.2020/EG
Quelle: Arbeiterkammer, Wien

Philipp Heimberger, Wirtschaftswissenschaftler am Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche, untersuchte die Effekte der Globalisierung auf die Einkommen

„Die in diesem Beitrag vorgestellten Meta-Analyse- und Meta-Regressionsergebnisse deuten auf mehrere Erkenntnisse hin. Erstens stellen wir fest, dass die Globalisierung im Durchschnitt einen (kleinen bis mittelgroßen) die Einkommensungleichheit erhöhenden Effekt hat. (…). Zweitens gibt es Hinweise darauf, dass die Handelsglobalisierung die Einkommensungleichheit in geringerem Maße beeinflusst hat als die finanzielle Globalisierung. (…). Drittens finden wir keine ökometrische Evidenz dafür, dass die Globalisierung dazu beigetragen hat, die Einkommensungleichheit in den Schwellenländern durchschnittlich zu verringern. Im Gegensatz dazu zeigen die Ergebnisse, dass der ungleichheitssteigernde Effekt in den Schwellenländern ähnlich stark war wie in den entwickelten Ländern.“ (siehe S. 67:521ff)

Die komplette Analyse lese lesen Sie hier arbeiterkammer.at (S. 43:497ff).

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‚Steuervermeidungs-Virus‘ verursacht gewaltige Schäden

04.03.2020/EG
Quelle: Tax Justice Network, Chesham (UK)

TJN: Geschätzte 21 bis 31 Billionen US-Dollar privater Finanzvermögen lagern in Steueroasen

„Es hat sich eine globale Industrie entwickelt, an der die weltweit größten Banken, Anwaltskanzleien, Buchhaltungsfirmen und spezialisierte Anbieter beteiligt sind, die für ihre steuer- und gesetzeswidrigen Kunden geheimnisvolle Offshore-Strukturen entwickeln und vermarkten. Der „Wettbewerb“ zwischen den Jurisdiktionen um die Bereitstellung von Geheimhaltungseinrichtungen ist zu einem zentralen Merkmal der globalen Finanzmärkte geworden, insbesondere seit die Ära der finanziellen Globalisierung in den 1980er Jahren richtig in Gang gekommen ist.“
Top 10:
1. Kaimaninseln (Britisches Überseegebiet)
2. USA
3. Schweiz
4. Hong Kong
5. Singapur
6. Luxemburg
7. Japan
8. Niederlande
9. Britische Jungferninseln (Britisches Überseegebiet)
10. Vereinigte Arabische Emirate

Den kompletten Bericht lesen Sie hier taxjustice.net.

Zum Thema

Inaktive Unternehmen (Briefkastenfirmen) in Steueroasen untergraben die Steuererhebung / Luxemburg beherbergt ausländische Direktinvestitionen (FDI) in Höhe von rund vier Billionen US-Dollar↗imf.org